Uitikon-Waldegg, Kantonsmeisterschaft Standard & Boogie Woogie SM 10.9.11

Im Uitiker-Huus, wo vor zwei Jahren die Kinder- und 10-Tanz Schweizermeisterschaft stattgefunden hatte, gab es dieses Jahr ein Turnier über alle Klassen kombiniert mit der Schweizermeisterschaft im Boogie Woogie.

Zwei Tanzwelten trafen aufeinander und was den meisten Zuschauern vielleicht verborgen bleibt, sind die spannenden Begegnungen hinter der Kulisse. Was ihr vielleicht vorher wissen solltet, ist, dass die Standard- und Lateintanzpaare generell gemeinsam in eine Garderobe gehen, ob da jetzt Damen oder Herren dransteht oder nicht. Das führt immer mal wieder zu Diskussionen bezüglich Präventionsmassnahmen, aber die Tänzer und Tänzerinnen helfen sich halt gegenseitig in die Kleider und in den Frack, schminken sich und besprechen noch die letzten Details vor dem Turnier - sprich, die Vorbereitung hat in der Garderobe schon lange begonnen. Der TGS nimmt es aber mit der Prävention sehr genau und setzt die Geschlechter-getrennten Garderoben rigoros durch. Auf dem Gang stehen Aufpasser und kontrollieren, wer wo hinein geht - und schon ist die Routinevorbereitung dahin. Dass sich die Tanzpaare dann im Flur gegenseitig fertig anziehen müssen ist zwar auch nicht ganz der Sinn der Sache, aber egal, eigentlich wollte ich euch ja Geschichten über die Begegnungen zwischen Boogie und Standard schildern.


Senioren 2 (3x)

Jun K Latein (1x)
Es sind die kleinen Dinge, die die Unterschiede ausmachen, z.B. die Haarprodukte. Da kommen die Standärdler schon alle mit ihren hochgesteckten Frisuren an das Turnier, alle penibel mit Gel und Haarspray hingeklebt, kein Härchen steht mehr ab, gestrasste Schmuckstücke glitzern als Verziehrung. Bei den Boogie's macht eine Mutter kurzerhand 5 Mädchen die Frisur noch schnell in der Garderobe, ein Pferdeschwanz mit hübschen farbigen Schleifen und etwas Schaum für mehr Volumen.

Bei Geschlechter-getrennten Garderoben muss man sich halt anders behelfen. So cremten sich zwei Teenager-Jungs kurzerhand witzelnd gegenseitig mit Bräunungsmittel ein - den Boogies fielen fast die Augen aus dem Kopf. Jedenfalls hab ich es so von gut unterrichteten Quellen berichtet bekommen.


Senioren 3 (1x)


Sch C Latein (1x)
In einem Punkt unterschieden sich die Disziplinen aber nicht, nervös waren alle. Die Boogies noch etwas mehr, aber schliesslich war es auch ihre Schweizermeisterschaft. Da gehen schon mal Schuhe oder anderes vergessen.

Simon musste an diesem Samstag leider arbeiten und konnte erst nach 16 Uhr zu uns stossen. Ich hatte aber die Kamera dabei und schoss, wenn ich selbst nicht tanzen musste, einige Bilder und konnte Fabio Landolfi dafür gewinnen von der HK Standard Fotos zu machen. Es tut mir leid, wenn meine Einstellungen vielleicht etwas banausig waren, aber man merkt halt, dass Simon der Profi unter uns beiden ist.


Jun C Standard (47x)

Senioren 1 (36x)

HK Standard (21x)

Jun C Latein (68x)
Das Turnier war süss organisiert. Sie haben sich echt Mühe gegeben, Willkommensgeschenke für alle, viele Medallien, Zertifikate, Kantonsmeister-Pokale, coole Modelauto-Geschenke, einen Flug nach London als Hauptpreis... Da muss man schon mal verzeihen, wenn es an der Siegerehrung ein riesiges Durcheinander gibt und die Pokale nachgeliefert werden müssen. Zum Glück wusste der Sprecher die Leute mit Erklärungen zum Tanzen und einigen Anekdoten bei Laune zu halten.

Medallien, Pokale, Geschenke... (1x)
Wer schlussendlich in welcher Klasse Kantonsmeister wird ist mir nach wie vor noch etwas schleierhaft. Kantonsmeister ist nicht der Turniersieger, sondern das beste zürcher Paar am Start. Es kommt dabei scheinbar nicht darauf an, wo man wohnt, sondern bei welchem Klub man Mitglied ist. Der Zuger Klub ist im Zürcher Kantonalen Tanzsport Verband nicht Mitglied, hat aber seinen Sitz in Zürich, weshalb seine Paare Kantonsmeister werden können. Ok, von mir aus, dem Paar mag ich's ja gönnen, verstehen muss ich es aber nicht unbedingt.

Flamenco-Show (13x)
Zwischen der Nachmittags- und der Abendvorstellung gab es eine Pause, die wir bei schönstem Wetter draussen im Gartenrestaurant geniessen konnten. Der Zeitplan dieses Turnieres war schon extrem auseinandergezogen, für 10-Tänzer alles andere als ideal. Standard HK um 14:00, Latein um 19:00, so ist der ganze Tag dahin, ganz besonders, wenn man jeweils nur eine Runde tanzen kann. Da kann ich schon verstehen, dass einige Paare sich entschlossen nicht beide Disziplinen zu tanzen.

Boogie-Show (6x)

Simon musste abends Eintritt bezahlen. Ja, klar, wir sollten besser im Voraus für einen Gratiseintritt anfragen, mittlerweilen muss ich mir dann aber manchmal ganz schön Mühe geben, nicht beleidigt zu sein, wenn ein Veranstalter auf meine Anfrage hin, ob Simon gratis rein kann, fragt: welcher Simon? Welche Homepage? - aber hey, man kann die Leute nicht zwingen, alles aus unserer Szene zu kennen...

Leider waren die Tische dann auch abends nicht voll besetzt, weshalb man sagen könnte man hätte gut und gerne eine Tischreihe weglassen und dafür die Fläche fürs Standard etwas breiter gestalten können. Trotzdem war die Stimmung nicht schlecht, besonders wenn die jungen Lokalmatadoren einen Boogie hinlegten.


Boogie Schweizermeisterschaft (44x)
Die Musikwahl war zuweilen etwas gewöhnungsbedürftig, obwohl ich ja der Meinung bin, dass Standard- und Lateintänzer zu allem tanzen können sollten und es spannend ist, wenn nicht alles immer null-acht-fünfzehn Musik ist. Der Jive war dann aber etwas gar speziell. Da hat der DJ wohl in die Boogiekiste gegriffen, jedenfalls es kann sich niemand beklagen, er/sie hättte nicht genügend Zeit gehabt, die Beine schön zu heben.


HipHop-Show (12x)


HK Latein (69x)
So kurz vor der Schweizermeisterschaft der Latein- und Standardtänze, hätte ich eigentlich mehr teilnehmende Paare erwartet. Ich hoffe, dass sich dieses Turnier in den kommenden Jahren, wenn die Tänzer es besser kennen, im Tanzkalender etablieren kann, denn der Saal ist dafür ja sehr gut geeignet. Und hoffentlich werden keine Paare vergrault, wenn sie scheinbar willkürlich wegen "grenzwertigen" Kleidern und anderen Gründen vors Schiedsgericht zitiert werden.

Bei folgenden Paaren gibt es noch mehr Fotos im jeweiligen Paarprofil:

> Alessandra Rossi & Pietro Celetti
> Alessia-Alegra Gigli & Matteo Annoscia
> Angela Landolfi & Fabio Landolfi
> Barbara Krebs & Beat Künzi
> Claudia Mielitz & Jürg Schöni
> Corinne Immenhauser & Claudio lo Buono
> Diana Schell & Flavio Martins De Sa
> Estella Schell & Philipp Hofstetter
> Flavia Landolfi & David Büchel
> Yulia Dreier & Mark Stalder
> Monika Kuhn & Thomas Gysler
> Nathalie & Patrick Maurer
> Nicol Lovisi & Nelson Paiva
> Petra Vilt & Stefan Maue
> Sabine & Werner Zimmermann
> Sandra Hochstrasser & Andreas Raudies
> Silvia Nater & Felix Locher
> Sina Obitsch & Dusan Jankovic
> Sonja Haberstroh & Daniel Vogelsang
> Valeria Lettieri & Davide Frani
> Vera Rüegger & Florian Fruhmann