Schweizermeisterschaft 2011 - Samstag 24.September

Die Schweizermeisterschaft ist immer der grosse Jahreshöhepunkt der schweizer Tanzszene. Die Vorbereitungszeit war intensiv gewesen mit vielen Workshops, Powertrainings und so weiter. Wir freuten uns auf dieses zweitägige Turnier und trotzdem kann man über einige schlechte Beigeschmäcker und kurriose Umstände nicht einfach hinwegsehen.
Zum ersten Mal hatte der Verband die Organisation der Schweizermeisterschaften nicht einem Klub übertragen. Sie hatten den einzigen Bewerber (Baden) abgelehnt, da die Trafohalle als nicht gross genug erachtet wurde. Vor zwei Jahren war es lediglich das Notfallszenario, nachdem der eigentliche Veranstalter ein halbes Jahr vorher zurückkrebste. Naja, wenn man den einzigen Bewerber ablehnt, da bleiben nicht viele andere Möglichkeiten als die Veranstaltung selbst durchzuführen. Mit der Stadthalle in Olten konnte man einen schönen Austragungort mit allem drum und dran finden und viele Leute legten sich für die Organisation extrem ins Zeugs, konnten gute Sponsoren aquirieren und so die Durchführung sichern. Die Terminwahl hingegen war gelinde ausgedrückt äusserst unvorteilhaft. Am gleichen Tag fand in Regensdorf ein anderer Tanzwettkampf mit internationalen Teilnehmern und äusserst attraktiven Shows statt. Das tanzinteressierte Publikum der Schweiz ist nicht in unbeschränkter Zahl vorhanden und nun waren viele gezwungen, sich zwischen zwei Anlässen zu entscheiden. Dieser Umstand kostete die Schweizermeisterschaft leider extrem viel Publikum. Die unleidigen Feindseeligkeiten zwischen den Verbänden war damit auf die Spitze getrieben worden und ich möchte behaupten, dass es allgemein bekannt ist, welcher Veranstalter das Datum zuerst festgelegt hat. Naja, lassen wir dieses Thema vorerst hinter uns, wir Tänzer konnten da ja nichts dafür und wollten einfach selbst eine schöne SM tanzen, und unsere besten Leistungen zeigen, Politik hin oder her.

Ich habe in der Region Verwandte und meine Tante freute sich, uns über dieses Wochenende zu beherbergen. Wir reisten noch am Freitag Abend an und erhielten sogleich ein stärkendes Sportleressen und am Samstag Morgen früh konnten wir fürstlich frühstücken und uns ideal auf das Turnier vorbereiten.

Die Latein DC Klasse war die erste am Start. Zwölf Paare traten in der Vorrunde an. Toll, dass auch zwei neue Paare mit dabei waren. Die Musik war schön, die Fläche gut, wir tanzten unser bestes Tunier und freuten uns riesig, als wir es in die nächste Runde schafften. Schlussendlich konnten wir uns den guten 7. Platz ertanzen und damit sehr zufrieden sein.

Leider war schon dieses erste Turnier nicht von zweifelhaften Geschehnissen erhaben. Ich will nicht spekulieren, weshalb gewisse Paare eine DC-Lizenz und nicht eine B-Lizenz haben, ich weiss es nicht. Gesichert ist aber, dass die Schrittbegrenzungsbestimmungen nicht eingehalten wurden und daraus, auch nachdem das Schiedsgericht durch Trainer darauf aufmerksam gemacht wurde, keine Konsequenzen folgten. Scheinbar wurde die Schrittbegrenzung dieses Mal nicht kontrolliert. Leider wirft dies schnell die Frage auf, weshalb sich dann die anderen daran halten sollen. Versteht mich nicht falsch, dies soll jetzt alles andere als eine Aufforderung zu B-Figuren im C sein, ich halte es nämlich für absolut sinnvoll, dass sich die niedrigklassierten Paare zuerst ein gutes Basic aneignen. Manchmal erscheint es bloss sehr unnachvollziehbar, wie einige Regeln mit aller Härte durchgesetzt werden und bei anderen beide Augen zugedrückt werden.

Auf das Halbfinale der DC-Klasse folgte dann auch gleich das Finale und die Siegerehrung. Das Turnier war minutiös durchgeplant und die Tänzer hatten im Vorfeld eine Infobroschüre erhalten, welche über den Ablauf der Siegerehrungen informierte. Die Resultate würden vorher schon bekannt sein und die Tänzer sollten sich gefälligst schon vorher gegenseitig gratuliert haben, um einen speditiven Ablauf der Siegerehrung zu garantieren. Der Einmarsch zur Siegerehrung hatte "gemäss Rangliste" zu erfolgen. Nicht schlecht staunten wir deshalb als bei der ersten Siegerehrung des Tages die Paare einliefen...und noch verwirrter waren alle, als dann zuerst Nummer 4, dann 5 und 6 dann 1, 2 und 3 aufgerufen wurden. ??????????


Latein HK DC (125x)
Also fragt nicht mich nach dem Sinn dahinter. Jedenfalls war es nicht weiter verwunderlich, dass das welsche Paar, welches das Turnier gewann, die Welt nicht mehr verstand, auf das Podest zulief, innehielt, sich fragend umschaute und schlicht und einfach nicht wusste, auf welches der Treppchen es sich jetzt positionieren sollte. Sie konnten sich noch nicht mal richtig freuen, hatten sie doch erst gar nicht mitbekommen, dass sie gewonnen haben - was für ein Durcheinander.

HK Vor-/Zwischenrunde (175x)

Sen 1 Vor-/Zw.runde (111x)
Während der Finalrunde hatten wir genügend Zeit uns fürs Standard umzuziehen und etwas auf der Eintanzfläche vor zu bereiten und dann ging es auch schon gleich mit der Vorrunde weiter. Auch im Standard lief es uns sehr gut und wir konnten den guten 13 Rang von 16 ertanzen, unser bisher bestes Resultat. Mehr hatten wir uns nicht erhoffen können. Ja und dann war es für uns an diesem Tag schon wieder vorbei... schnell ist's gegangen. Es wäre schon echt schön, wenn man einführen könnte, dass wenigstens an einer SM alle mindestens zwei Runden tanzen könnten. Dafür gäbe es ja mehrere Möglichkeiten: eine Hoffnungsrunde, eine Sichtungsrunde, oder aber ein "B"-Final oder Trostrunde, wie auch immer es genannt werden soll ist dann ja einerlei.
Dieses Jahr pflichten mir wahrscheinlich diesbezüglich auch die Latein-B-Paare bei. Da DC separat von B-S durchgeführt wurde, waren es für einmal nicht nur DC-Paare, die sich in der Latein-Hauptklasse nach der ersten Runde verabschieden mussten. Für einige B-Paare war leider schon viel zu schnell Endstation.

Während bei den Erwachsenen an diesem Tag die Einzeldisziplinen stattfanden, traten die Junioren und Schüler in der 10-Tanz Kombination an.

Über die Festlichkeit der Saaldekoration lässt sich streiten, natürlich sind die Kantonsflaggen an einer SM immer passend. Uns jedenfalls gefielen die ausgestellten Peugots, die Beleuchtung der Tanzfläche und die Stände neben der Fläche. Neben Hildegard Seilfried's Kleiderstand konnten wir für uns eine kleine Basisstation installieren, wo wir unseren Computer platzierten. So konnte Simon zwischendurch die Fotos schon mal von den Speicherkarten runterladen und Interessierte konnten sich auch gleich unsere Homepage vor Ort ansehen.


Basisstation: Vera-Simon.ch (2x)


Jun 10-Tanz Lat Vorrunde (36x)

Sen 3 Vorrunde (35x)

HK Latein Vorrunde (77x)

Hauptgruppe 2 Vorrunde (36x)

Jun 10-Tanz Lat Vorrunde (40x)

Moongloss Frisuren & Make-up (4x)

Neben Kleider kaufen, Fotos begutachten und sich kulinarisch verköstigen, konnte man sich bei Jasmin Minnig professionell frisieren und schminken lassen und ihren handgemachten Kopfschmuck bewundern.

Den Abschluss der Nachmittags-vorstellung machte dann noch die Zwischenrunde bzw. das Halbfinale der Latein Hauptklasse. Danach gab es eine lange Pause bis zur Abendvorstellung. Am Abend dann wurden nur noch die Finale aller Kategorien durchgeführt. Ich glaube, dass auch dieser Umstand dafür sorgte, dass am Abend nicht so viele Zuschauer wie erwartet anwesend waren.


HK Latein Vorrunde (63x)
Viele entäuscht ausgeschiedene Tänzer und Familien überlegten sich ob sie jetzt um 17 Uhr nach Hause gehen sollten, den Abend noch ruhig angehen, insbesondere dann, wenn man als 10-Tänzer ja auch am nächsten Tag noch ein Turnier vor sich hatte, oder noch kurz in Regensdorf vorbeischauen und sich die Show der Weltstars Riccardo & Yulia sehen? Verständlicherweise eine schwere Entscheidung.

Wir blieben vor Ort und wollten die Zeit nutzen, noch ein wenig das wunderschöne Spätsommerwetter zu geniessen. Wir packten unseren Teigwarensalat und gingen nach draussen. Renato kam vorbei und lud uns zum Picknick der Familien Minnig/Bögi ein.


Picknick (3x)

Schüler 10-Tanz Final (48x)

Junioren 10-Tanz Final (59x)

Wie schon erwähnt gab es am Abend in allen Kategorien Finals. Die 10-Tanz Schüler hatten Nachmittags noch nicht getanzt, sie traten gleich zu einem Finale an. Immer zwei Finale fanden ineinander verschachtelt statt. So hatten die Tänzer jeweils einen Tanz Zeit sich auf den nächsten vor zu bereiten und kurz durch zu atmen.

Mit den Siegerehrungen kam dann das Desaster des Abends. Es tut mir leid für diejenigen, die das ausgeheckt haben, aber ich weiss einfach nicht, wie ich das noch schönreden soll und will es lieber beim Namen nennen. Normalerweise steigt die Spannung während Siegerehrungen bis zum Höhepunkt am Schluss, wenn zuletzt der Sieger bekannt wird. Für die Paare kann es zuweilen eine nervlich ganz schöne Belastung sein und klar, immer mal wieder kommt es zu Überraschungen und Enttäuschungen gehören dazu, wie bei jedem Sport. Das ist nun mal nicht zu verhindern. Meist gelingt es den geschlagenen dann noch bis nach der Siegerehrung eine gute Miene zu machen und den Tränen erst danach ihren Lauf zu lassen.

Anders dieses Jahr, die enttäuschten Paare wussten schon vorher, wo sie lagen. Mussten warten bis sie zur Siegerehrung gehen konnten und zusehen, wie die Sieger vor ihren Augen beglückwünscht wurden. Das die einen oder anderen ihre Gefühle dabei nicht mehr kontrollieren konnten ist nicht schwer nach zu vollziehen.

Tränen gibt es fast immer, doch sind wir ehrlich, wenn die Zuschauer Tränen zu sehen bekommen sollten, dann nur die freudigen der Sieger. Keinesfalls wollen wir Siegerehrungsfotos mit roten Köpfen, geschwollenen Augen und verlaufener Schminke. Dieses System sollte bitte so schnell wie möglich wieder abgeschafft werden, es ist eine Beleidigung für die Finalisten. Und wenn man eine Siegerehrung speditiver gestalten will, dann muss der Sprecher bloss die Paare schneller aufrufen. Man muss ja nicht warten, bis allen gratuliert wurde, um das nächste Paar vorzustellen und der Drittplatzierte kann dem 6. ja schon gratulieren während sich die 4. und 5. noch küssen.


Senioren 3 Final (34x)

Hauptgruppe 2 Final (42x)

Rock n roll (84x)

Rollstuhltanz (18x)

Zwischen verschiedenen Runden gab es tolle Shows zu bestaunen und beide, die Rock'n'roller und die Rollstuhltänzer waren äusserst beeindruckend.

Im Standard Finale der Hauptklasse wurde es dann sehr spannend. Könnten sich die amtierenden Schweizermeister ein weiteres Mal durchsetzten, wo würde sich das neue Paar, zugezogen aus Italien platzieren? Wie weit nach vorne würde es für die jungen Aufsteiger aus Bern reichen, wo reiht sich das neue Jugendpaar ein? Das tänzerische Niveau war im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich höher, alle hatten sich weiter verbessert. Es war toll anzusehen und wir jubelten eifrig mit und feuerten für unsere Freunde zu Höchstleistungen an.


HK Standard Finale (54x)

Senioren 2 Finale (43x)

Im Finale der Hauptklasse Latein fiel als erstes auf, dass soch Schwarz wohl zur Trendfarbe des Jahres entwickelt hatte. Wie letztes Jahr im Junioren Finale Weiss, so war dieses Jahr Schwarz absolut in. Einzig Sigrun stach mit ihrem leuchtenden Grün als alleiniger Farbtupfer weit und breit heraus.

In diesem Finale war erwartungsgemäss am ersten Platz nicht viel zu rütteln. Spannend wurde es mit den neuen Paarkombination dahinter. So konnten sich Pitt und Marianthi bis auf den 3. Platz vorkämpfen, ernteten dafür bei der Siegerehrung den grössten Applaus und avancierten zu den neuen Publikumslieblingen. Wir persönlich würden uns sehr darüber freuen, dieses Paar hoffentlich auch bald im Standard bewundern zu können.

Mit der HK Latein und den Senioren 1 Standard endete dieser erste Tag der SM 2011. Hier nochmals ein herzliches Dankeschön, an all die fleissigen Helfer und ganz besonders Marc und Adriano.


Senioren 1 Finale (34x)

HK Latein Finale (75x)

Bei folgenden Paaren gibt es noch mehr Fotos im jeweiligen Paarprofil:

> Alessandra Rossi & Pietro Celetti
> Alessia-Alegra Gigli & Matteo Annoscia
> Alexandra Lüber & Gabriel Schmidt
> Alona Marchukova & Ilya Vasilenko
> Anastasia Ossipova & Morgan Castagne
> Angela Landolfi & Fabio Landolfi
> Anita & Eduard Rahmen-Bigler
> Anna Beck & Americo Pisanello
> Anna Garevskikh & Nemanja Buovski
> Barbara Krebs & Beat Künzi
> Barbara Moll & Boris Wismer
> Carmen Huber & Michal Vajcik
> Claudia Mielitz & Jürg Schöni
> Corina Masciadri & Raniero Russi
> Corinne Immenhauser & Claudio lo Buono
> Darya Akhmedova & Ricardo Ribeiro
> Diana Schell & Flavio Martins De Sa
> Estella Schell & Philipp Hofstetter
> Flavia Landolfi & David Büchel
> Gabriela Mani-Caplazi & Isaias Zaral
> Gabriela Spirig & Martin Kupper
> Iris Buser & Oliver Schneider
> Isabelle & Alexander Florin
> Jannic Schneider & Federico Novacchi
> Josephine Knutzson & Caspar Knutzson
> Yulia Dreier & Mark Stalder
> Laura Budry & Frédéric Da Rocha
> Mara & Vincenzo Massa
> Marianthi Tzikas & Pitt-Alexander Wibawa
> Monika Kuhn & Thomas Gysler
> Myrtha Lienhard & Eduard Gaiser
> Nathalie & Patrick Maurer
> Patricia Patt & Flavio Lodigiani
> Petra Vilt & Stefan Maue
> Ramona Pfister & Alessandro Cuoco
> Ruth Zürcher & Beat Peter
> Sabine & Werner Zimmermann
> Sandra Hochstrasser & Andreas Raudies
> Sarah & Thilo Briel
> Sigrun Bögi & Renato Minnig
> Silvia & Alfred Schott
> Silvia Nater & Felix Locher
> Sonja Haberstroh & Daniel Vogelsang
> Sulekha Buhala-Mukherjee & Joep Mutsaerts
> Ursina Herren & Christian Guthknecht
> Valeria Lettieri & Davide Frani
> Vera Rüegger & Florian Fruhmann
> Violaine Murugan & Alexander Hobbs
> Wibke & Frank Sudholt
> Zuzana Sykorova & Daniel Juvet