Standard-Weltmeisterschaft in Wetzlar - eine Fan-Reise


Anreise (6x)

Nach der Schweizermeisterschaft war die Tanz-Euphorie auf einem Höhepunkt angelangt. Diese versuchten wir ins Training mitzunehmen und es entstanden viele neue Ideen. Die Standard-Weltmeisterschaft stand in nur 4 Wochen vor der Tür. Die schweizer Paare Roger & Anne Marie und Mark & Julia waren nominiert (Daniel und Anna konnten nicht nominiert werden, da bei der IDSF-WM mindestens jemand den Pass des jeweiligen Landes besitzen muss; und Renato und Sigrun verzichteten auf die Teilnahme). Die WM fand dieses Jahr in Deutschland statt, war in wenigen Autofahrtsstunden zu erreichen und plötzlich dachten wir: das können wir uns doch nicht entgehen lassen. Sulekha und ich organisierten also kurzerhand einen Reisecar, machten viel Werbung für die Fan-Reise und warteten auf Anmeldungen. Leider konnten wir nicht so viele Leute, wie erwartet mobilisieren, und mussten auf einen Minibus umdisponieren.

Früh morgens ging es los: 5:30 Oerlikon - 6:00 Spreitenbach - 6:45 Rheinfelden - 11:00 Wetzlar. Sulekha fuhr uns durch die wunderschöne Winterlandschaft nach Norden. Leider war die Temperatur im Bus schlecht zu regulieren. Vorne war es sehr warm und hinten zogen sie die Jacken auf der ganzen Fahrt nicht aus und hatten unsere noch als Decken über den Knien.

Als wir ankamen hatten wir noch Zeit in dem Einkaufszentrum neben der Rittal Arena ein Mittagessen einzunehmen. Ich hatte am Tag zuvor für die schweizer Paare Fotos als Poster ausdrucken lassen, die wir ihnem mit unseren Unterschriften und Glückwünschen schenken konnten. Beim Gepäck umladen sind sie aber leider in unserem Auto in der Schweiz geblieben. Zum Glück fanden wir einen Laden, in dem wir die Fotos wenigstens in A4-Grösse nochmals drucken konnten. Die Überraschung konnte also trotzdem noch klappen.

In der Halle liefen gerade die Paare ein als wir reinkamen. Wir hängten unser Plakat gut sichtbar an ein Geländer.


Mittagessen (7x)

(4x)

Vorrunde (93x)

Stürze (8x)

War schon lustig, es gab professionelle Plakate für Claudia/ Benedetto, Annette/ Simone, Tania/ Emanuel und eines mit viel Charme für unsere Schweizer! Sulekha und ich hatten es am Mittwoch nach dem Training im hinteren Gang des DUZs gesprayt. Scheinbar hat danach die ganze Tanzschule nach Farbe gestunken. Wir waren wohl so benebelt, dass wir gar nichts riechen konnten.

Die Vorrunden begannen und eine Runde folgte nach der anderen. Es gab an dieser WM extremst viele Stürze. Den ersten war es wahrscheinlich noch peinlich, aber als dann reihenweise Paare am Boden lagen, darunter auch Finalpaare, da realisierten alle, dass es wohl am Parkett liegen muss. Dieses war scheinbar sehr unterschiedlich rutschig und damit äusserst unberechenbar.

Leider gab es auch Verletzungen und der Verbandsarzt war bald die meist-ausgerufene Person. Die Organisatoren unterbrachen, das Parkett wurde mehrmals während der Veranstalltung präpariert. Ob es etwas nützte war nicht ersichtlich, denn Stürze ereigneten sich in ähnlicher Häufigkeit weiter. Am Abend verletzte sich ein Tänzer am Knie und musste mit der Barre abtransportiert werden. Danach konnte ich im Halbfinale im Quickstep schon fast nicht mehr zuschauen. Mir wurde halb schlecht beim Gedanken daran, wie die Paare Kopf und Kragen riskieren.


Hoffnungsrunde (37x)

2. Runde (35x)

In der Pause vor der Abendveranstalltung fuhren wir zum Einchecken in die Jugendherberge, zogen uns festlich an und holten uns auf dem Weg im Einkaufszentrum noch ein paar Sandwichs. In der Halle gab es nur Brezel zum Essen.

Der Abend begann mit dem Einmarsch der Nationen. Sie passten fast nicht alle auf das Parkett. Jede Nation hatte einen Fahnenträger und jemanden mit einem Schild. Es war sehr stimmungsvoll mit all diesen Flaggen und den vielen Farben. Als erstes wurde eine Schweigeminute in Gedenken an Oliver Wessel-Therhorn abgehalten. Danach legten zwei Tänzerinnen und zwei Wertungsrichter symbolisch den Eid der Sportler ab.

Die Schweizerfahne fiel von allen am meisten auf. Der Junge, der sie trug war der einzige, der seine Fahne hin und her schwenkte. Es fehlte nur noch, dass er sie in die Luft warf.


Jugendherberge (4x)

Einmarsch der Nationen (9x)

Nach dem Einmarsch konnten sich die schweizer Paare wieder umziehen, aber nicht bevor sie nicht noch ein paar Fotos mit unserem Plakat gemacht hatten. Die Paare waren an dieser WM wirklich vorzüglich behandelt worden. Die Veranstallter hatten Sponsoren für die Hotel-Übernachtungen gesucht und die Paare konnten den Limo-Shuttle-Service benutzen, um vom Veranstalltungsort ins Hotel und Abends wieder zurück zu gelangen.


Hopp Schwiiz-Plakat (3x)

24er-Runde (33x)

Latein-Einladungsturnier (27x)

Weiter ging es dann mit der 24er Runde der 12er Runde und dem Latein Junioren-Einladungsturnier. Das spanische Paar hatte uns alle extrem beeindruckt.

Zwischendurch gab es dann tatsächlich mal noch ein paar Takte Publikumstanz. Dieser wurde auch rege genutzt, nicht so wie bei unserer SM.

Im Finale tanzten die Standard-Paare den Englisch Walzer und den Quickstep jeweils zuerst als Solotanz und danach alle zusammen. Unserer Meinung nach zeigte das zweite russische Paar (Platz 6), Zharkov/Kulikova, den zauberhaftesten Walzer. Alle Paare legten im Finale ein Feuerwerk auf das Parkett. Besonders im Quickstep beeindruckten sie mit extrem schnellen Drehungen, wie Windmühlen im Sturm.


Publikumstanz (3x)

Final (80x)

Siegertanz (8x)

 

Claudia Köhler und Benedetto Ferruggia konnten ihren Titel dieses Jahr wieder bestättigen und tanzten zu ihrem Siegertanz eine rührende Show zu Ehren von Oliver Wessel-Therhorn.

Spät Abends tranken wir noch etwas, wunderten uns einmal mehr über das unsinnige umschütten der kleinen PET-Flaschen in Becher und assen meinen schweizerischen Ovo-Kuchen auf. Sulekha nannte unsere Reise, nach den selbstgebackenen Frühstücks-Brötchen vom Morgen, schon "Vera's fröhliches kulinarisches Reisen".

Später fuhren wir zurück in die Jugi und genossen am nächsten Morgen das überraschend vielseitige und gute Frühstücksbuffet der Jugendherberge. Unsere tolle Fahrerin Sulekha brachte uns dann alle wieder wohlbehalten zurück.

Herzlichen Dank an alle, die uns nach Wetzlar begleitet haben und mit uns viel Spass an diesem Event hatten!


Heimreise (8x)