Südfrankreich - 2007

Mit dem Velo und dem Zelt fuhren wir im Sommer 2007 von Lyon bis ans Mittelmeer. Wir reisten mit all unserem Gepäck im Zug nach Lyon und schauten uns zuerst bis in die Nacht hinein diese schöne Stadt an. Lyon ist ja schliesslich für die wunderschöne Beleuchtung berühmt.

Am nächsten Morgen brachen wir auf und führen via Vienne nach Jardin. Wir hatten extrem viel Gegenwind und schafften es nicht mehr vor dem Eindunkeln bis zum geplanten Campingplatz. Wir mussten uns also kurzerhand entscheiden irgendwo wild zu campieren. Wir fanden an einem Flüsschen ein schönes, verstecktes Plätzchen.

Am Dienstagmorgen hatten wir die Invasion der wilden Tiere. Eine Nacktschnecke im Schuh und ein Hirschkäfer erkundete die Umgebung, auch die Moskitos waren nachts nicht untätig gewesen. Später fuhren wir inklusive einem kleinen blinden Passagier nach Hauterives. Der kleine Käfer fuhr bis zum nächsten Sonnenblumenfeld mit.

In Hauterives schauten wir uns den Palais idéal an. Ein von einem Briefträger im 19.Jahrhundert aus Steinen und Muscheln gebauter Komplex.

Den Abend liessen wir auf dem Campingplatz mit nicht ganz so feinen französischen Spaghetti, dafür einer viel besseren selbst gemachten Omelette ausklinden.

Am nächsten Tag fuhren wir bei grosser Hitze 76 km durch schöne Dörfer mit hübschen Kirchen und vorbei an den ersten Lavendelfelder. In Crest, einem Städtchem mit einer schönen Burg konnten wir uns nach unserer Ankunft auf dem Campingplatz im Fluss erfrischen.

Zwischen Crest und Nyons kamen wir nun so richtig ins Gebiet der Provence. Wunderschöne und fantastisch riechende Lavendelfelder säumten unseren Weg und hinterliessen einen lila Staub auf unseren Lenkern. Es ging aber auch viel rauf und runter. So fuhren wir über einen Pass und konnten in dem schönen Flüsschen unterwegs eine Abkühlung nehmen. Vor allem gegen Abend war es dann sehr anstrengend noch gegen den Wing anzukämpfen.
Simon nahm schlussendlich auch noch Vera's Gepäck. In Nyon wurden wir von einem unglaublichen Qualm begrüsst und mussten erst mal einen Campingplatz suchen. Der erste war dann auch noch ausgebucht und wir mussten tatsächlich nochmals 5 km zu einem anderen auf unserer Strecke zurück fahren.

Nyon selbst ist ohne Rauch ein sehr hübsches Städtchen mit einer berühmten Brücke und wir verbrachten den Morgen damit es noch etwas zu erkunden, bevor wir weiter fuhren.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir früh los. Als erstes mussten wir viel hinauf fahren. Wir hatten uns aber entschieden nicht über den grossen Berg zu fahren und machten uns so direkt auf den Weg nach Avignon. Dort besuchten wir dann am Nachmittag natürlich den Papstpalast und die berühmte abgebrochene Brücke aus dem bekannten französischen Lied "sur le pont d'Avignon..."

Frühstück assen wir am Flussufer mit Sicht auf die Brücke von Avignon, danach fuhren wir über ein Kalkgebirgszug zu dem wunderschönen mittelalterlichen Städtchen Le Baux de Provence auf einer riesigen Felsplatte, wo wir die Festung besuchten und die weite Sicht über die nächste Ebene hatten. Wir sahen nun in die Camargue.

In diese Richtung fuhren wir später hinunter und erreichten gegen Abend Arles, wo wir in einem Restaurant neben dem Colosseum ein romantisches Abendessen einnahmen.

Gegen extremen Gegenwind ging es am nächsten Tag weiter quer durch die Camargue bis ans Meer in Saint Marie de la Mer. Auch die Pferde am Strassenrand stellten sich gegen den Wind und die Libellen hielten sich mit aller Kraft an Ästen fest, um nicht fortgefegt zu werden. Als wir ankamen hatte sich das Wetter sogar noch verschlechtert, das Meer war rau und es gab einige Regentropfen.
Wir entschieden uns einige Tage in Saint Marie de la Mer zu bleiben. Das Städtchen war süss mit einer hübschen Kirche, deren Dach man besteigen konnte. Die Eiscreme war lecker und der Sonnenuntergang am Strand bezaubernd.

Was man in der Camargue natürlich nicht unterlassen kann ist mit den hübschen Camargue-Pferden einen Ausritt zum Strand zu unternehmen. Leider war unsere Kammera zu gross zum mitnehmen.

Wir waren früh am Morgen losgefahren und waren um 9.00 Uhr bei einem Stall, den wir am Vortag auf dem Weg gesehen hatten. Zur frühen Stunde waren auch die Pferde noch recht verschlafen...

Heute ging es mit dem Velo etwas Richtung Norden zum Ornithologischen Park. Hier konnten wir zahlreiche Vögel beobachten, freie Pferde, schöne Libellen und wir entdeckten auch ein Nutrias.
Auf dem natürlichen Damm kann man mit dem Velo zwischen Meer und Salzseen zu einem Leuchttrurm fahren. Je weiter man sich vom Dorf entfernte, desto einsamer wurden die Strände. Wunderschön. Ganze Schwärme von Flamingos suchten in den Salzseen nach Futter und ergaben schöne Sujets für Simon's Fotos.
Auf dem Weg von Saint Marie de la Mer nach Aigues Mortes fanden wir einen Ort, wo wir ein Kanu mieten, 10 km einen Flussarm der Rhône runterfahren und dann wieder mit dem Bus zu unseren Velos zurückfahren konnten. War gar nicht einfach mit diesem Gefährt geradeaus zu fahren. Bis nach Aigues Mortes war es noch ziemlich weit und ganz schön anstrengend. Wir entschieden uns dann auch dort ein Zimmer zu nehmen und in der Stadt Abend zu essen.
Am nächsten Morgen sollte es mit dem Bus/Zug wieder zurück nach Hause gehen und davor wollten wir am Morgen noch einen 1.6km Spazziergang auf der Stadtmauer machen.