Turniertanz

Man kann in sehr vielen Tanzrichtungen an Turnieren teilnehmen. Wir möchten euch hier die Turniere in den  Standard- und die Lateintänzen etwas näher bringen:

Die Tänze

Zu den 5 Standardtänzen zählt man: Englisch Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slow Fox, Quickstep
Zu den 5 Lateintänzen zählt man: Samba, Cha Cha Cha, Rumba, Paso Doble, Jive

Diese werden an den Turnieren auch immer in dieser Reihenfolge getanzt. Die Musik wird dabei zwischen 11/2 - 2 Minuten angespielt, ausser im Wiener Walzer und Jive, die 1- 11/2 Minuten gespielt werden. Auch die Spannbreite der Tempi der Musik sind für jeden Tanz festgelegt.

Die Kategorien

Es gibt verschiedene Niveaus: Anfängerturniere (man braucht keine Lizenz), Amateure (hier tanzen wir mit, man muss eine Lizenz lösen) und die Professionellen (die Turniere sind über die ganze Welt verstreut und wenn man zu den Profis gewechselt hat, kann man nicht mehr zu den Amateuren zurückkehren). Des weiteren werden wir von den Amateuren berichten:

Alterskategorien:

Schüler I bis 9 (beide)
Schüler II 10-11 (älterer Partner)
Junioren I 12-13 (älterer Partner)
Junioren II 14-15 (älterer Partner)
Jugend 16-18 (älterer Partner)
Hauptklasse ab 19 (älterer Partner)
Hauptgruppe II (Latein) ab 28 (älterer Partner)
Senioren I (Standard) ab 35 (beide)
Senioren II (Standard) ab 45 (beide)
Senioren III (Standard) ab 55 (älterer Partner)

Leistungsklassen:

 D: Mit dieser Klasse beginnt man. Es ist die tiefste. Um aufzusteigen muss man an den Turnieren Platzierungen erreichen. Diese bekommt man, wenn man innerhalb seiner Klasse im vorderen Drittel rangiert. Um in das C aufzusteigen braucht man 6 Platzierungen.
 C:  Um ins B aufzusteigen braucht man 12 Platzierungen
 B:  Um ins A aufzusteigen braucht man 18 Platzierungen
 A:  Um ins S aufzusteigen braucht man 24 Platzierungen
 S:  Dies ist die Beste Klasse.

Schrittbegrenzung: 

 In den Klassen D und C herrscht die Schrittbegrenzung. Das heisst es dürfen nur Figuren getanzt werden, die laut Buch zum Basic gehören. Von der Klasse B-S dürfen die Programme frei zusammengestellt werden. Beim Zusammenstellen von Basic-Programmen sollte einem ein erfahrener Tanzlehrer helfen, denn es wird an manchen Turnieren überprüft, ob sich bei den DC-Paaren auch nichts unerlaubtes eingeschlichen hat und man kann nach einer Verwarnung auch disqualifiziert werden.

Turnierdurchführung

Klassisch/ Pyramide:

 Klassisch bedeutet, dass jede Klasse einzeln an den Start geht (D,C,B,A,S). In der Schweiz konnte dies in letzter Zeit leider nur noch sehr selten durchgeführt werden, da schlichtwegs zu wenig Paare am Start sind.
 Bei der Pyramide tanzen die Klassen zusammen. Es kann dabei sein, dass die unteren zwei und die oberen 3 Klassen zusammengefasst werden (DC, B-S) oder alle zusammen antreten (D-S). Dabei kann es dann geschehen, dass gleichzeitig ein Paar sein erstes Turnier tanzt und daneben der Schweizermeister zu sehen ist. Dieser Modus kann für die Paare Vor- und Nachteile haben. Einige mögen es nicht so neben den guten S-Paaren zu tanzen, da man den Unterschied zwischen den Niveaus schon ziemlich gut sieht. Dahingegen muss man sagen, dass die Stimmung des Publikums eindeutig ausgelassener ist, wenn die guten Paare ihre eindrücklichen Figuren zeigen. Diese Stimmung kann auch tiefere Paare zu höheren Leistungen anfeuern und macht das Tanzen mehr Spass.

Heats:

 Die startenden Paare werden in Heats eingeteilt. Bei jedem Tanz sind die Heats wieder neu gemischt, so dass nicht immer die gleichen Paare miteinander verglichen werden.Die Heats sind vor dem Turnier ausgeschrieben und die Tanzpaare müssen sich merken in welchem Tanz sie in welchem Heat sind. Durch die neue Durchmischung kann es sein, dass Paare gleich zwei Tänze hintereinander tanzen müssen, oder ein paar Heats Pause haben.

Die Wertungen

Die Tunierpaare werden von den Wertungsrichtern bewertet. Es müssen immer eine ungerade Anzahl sein und mindestens 3! An der Schweizermeisterschaft sind es zudem alles internationale Wertungsrichter. Die Wertungsrichter müssen eine Prüfung abgelegt haben und eine Bewilligung besitzen.

 Ausser im Finale bewerten die Wertungsrichter die Paare indem sie sogenannte Marks versteilen. Die sind eigentlich einfach Kreuze, mit denen sie diejenigen Paare markieren, die ihrer Meinung nach in die nächste Runde weiterkommen sollten. Sie können so viele Marks verteilen, wie Paare für die nächste Runde vorgesehen sind. Die Marks der Paare werden dann zusammengezählt und die Paare so rangiert und für die nächste Runde qualifiziert.

Im Finale wird anders gewertet: Die Wertungsrichter schreiben die Ränge der Paare auf. Also 1 ist der erste Platz, 2 der 2. usw...
Früher gab es noch öfters offene Wertungen, das heisst, das die Wertungsrichter die entsprechenden Nummern auf grossen Schildern für jedes Paar in die Höhe hielten. Mittlerweise gibt es aber fast nur noch die geschlossene Wertung und die Paare erfahren die Rangierung erst an der Rangverkündung.

Kleidung

 Es gibt verschiedene Kleidervorschriften. Zum einen besagen sie genau, welche Körperregionen bedeckt sein müssen und dann gibt es Beschränkungen für die unterste Klasse. So dürften in der D-Klasse zum Beispiel keine glitzernden Strasssteine und Assessoires verwendet werden, sondern nur sogenannte "Strassenkleidung". Dies gilt aber nur falls diese Klasse alleine tanzt (klassisch). Sobald auch Paare aus höheren Klassen gleichzeitig auf dem Parkett sind dürfen die unteren Klassen die Kleider der oberen Klassen anziehen. Da in der Schweiz selten noch ein reines D-Turnier stattfindet können die D-Paare meistens auch ein richtiges Turnierkleid anziehen.

 Es gibt natürlich auch Vorschriften für die Männerkleidung. So müssen die armen Männer zum Beispiel langärmlige Oberteile tragen, auch im Latein. Die Farben müssen dem Kleid der Frau entsprechen, wenn es sich nicht um schwarz oder weiss handelt. So darf der Mann zum Beispiel eine farbige Fliege tragen, wenn sie gleichfarbig ist wie ihr Kleid.

Wie beginnt man mit dem Turniertanzen?

 Man kann in jedem Alter noch in den Turniertanz einsteigen, wenn man sich entschliesst nicht nur im Hobbytanz teilnehmen zu wollen. Es besteht ja doch ein recht grosser Unterschied zwischen Hobbytanz und Turniertanz. Für den Einstieg braucht man als erstes einmal die Programme =Choreographien. Diese sollte man auf jeden Fall mit einem Trainer in Privatstunden zusammenstellen, denn meistens fehlt das dafür benötigte Wissen über Schrittbegrenzungen, Abläufe, Fluss usw.
 Dann müssen die Programme natürlich intensiv geübt werden. Schliesslich gibt es viele Regeln, wie die Figuren getanzt werden müssen (bis runter zu welche Winkel die Fussstellung gegenüber der Tanzrichtung haben müssen, wie die Positionen der Körper sind usw.) und nicht zuletzt kommt es auch auf Rhythmus, Interpretation und Ausdruck an.
Irgendwann sollte man dann einfach den Schritt zur Lizenz wagen und sich nicht nur im Training verstecken. Verständlicherweise wird man wohl am Anfang immer die hintersten Ränge belegen, aber wer nichts wagt, gewinnt nichts. An den Turnieren kann man viel Erfahrungen machen. Es ist eine völlig neue Situation gegenüber dem Training.
 Als guten Einstieg kann man auch die von einzelnen Tanzschulen angebotenen Medaltest-Kurse belegen. In diesen wird vermehrt auf die Haltung und Ausführung der Figuren geachtet und man kann die Teste Bronze, Silber, Gold und Platin ablegen, wobei man von einem offiziellen Wertungsrichter bewertet wird und zusätzlich zum Abzeichen und dem Diplom auch ein Feedback erhält.

 Wir haben leider in der Schweiz das Problem, dass es immer weniger Turnierpaare zu geben scheint. Das hat in letzter Zeit sogar dazu geführt, dass Turniere abgesagt werden mussten, da es einfach nicht möglich ist ein Turnier für 7 Paare von D-S durchzuführen! Es gäbe ja schon mehr, aber viele davon kommen einfach nicht an die Turniere... Schade.
 Woran diese Flaute liegt, darüber streiten sich die Gemüter. Schliesslich boomt der Hobbytanz. Nicht zuletzt sieht man dies an den vollen Tanzschulen, den beliebten Tanzfilmen, und den vielen Tanzshows im Fernsehen. Auch für die Jugend-Förderung wird von einigen Tanzschulen viel gemacht.

Tanzpaare, die im "normalen" Leben eine Beziehung pflegen, sollten genau miteinander reden, um herauszufinden, ob beide im Turniertanz das selbe wollen. Zu oft haben wir in letzter Zeit Beziehungen zugrunde gehen sehen, weil der Ergeiz eine schlechte Stimmung verbreitete. Und dabei sollte dieser wunderschöne Sport doch eine tolle Freizeit-Beschäftigung sein.